Johannes Brahms und das Brahms Kontor

Musik & Architektur

Johannes Brahms

„Das ist ein Berufener“, schrieb der Komponist Robert Schumann 1853 über den damals 20-jährigen Johannes Brahms in der „Neuen Zeitschrift für Musik“. Er sollte Recht behalten. 1833 in Hamburg geboren, erhält Johannes Brahms im Alter von sieben Jahren seine ersten Klavierstunden. Als Jugendlicher spielte er in den Hafenkneipen Gassenhauer herunter und unterstützte damit finanziell seine Familie. Es drängte ihn jedoch schnell weiter: Er arbeitete als Chorleiter und Klavierlehrer in Detmold, verdiente sich als Chormeister der Wiener Singakademie und erhielt zahlreiche Orden und Ehrenmitgliedschaften, darunter die Ehrendoktorwürde in Breslau, die Ritterschaft des Ordens „Pour le mérite“ für Wissenschaft und Künste. 1889 wurde er Ehrenbürger Hamburgs. 1897 starb Brahms an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Sein Gesamtwerk umfasst nahezu alle Gattungen der Musik mit Ausnahme der Oper. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Ungarischen Tänze, das Deutsche Requiem, die Akademische Festouvertüre sowie das Lied „Guten Abend, gute Nacht“. 

Brahms Kontor

Ausgerechnet einen "Unbehausten, Unbeweibten, Unbeamteten, einen unnützen Menschen" soll Johannes Brahms sich einmal genannt haben. Ein klares Understatement für den Namensgeber eines der repräsentativsten Bürogebäude der Hansestadt. 

Erbaut 1904 galt das Haus mit Umbauten und aufgestockten Etagen 1931 als höchstes Bürogebäude Hamburgs. 1962 leitete Helmut Schmidt als Innensenator hier den Einsatz des Krisenstabs während der großen Sturmflut; der Komplex war Sitz von Versicherungen und Gewerkschaften. Seit dem Jahr 2003 steht er unter Denkmalschutz, seit 2005 ist er als Brahms Kontor bekannt.

Nach seiner Instandsetzung für 36 Millionen Euro gilt der Bau heute als einer der modernsten Büroklassiker der Stadt: eine Komposition aus Art-déco und klarem, maßgefertigtem Design, aus zeitlosen Materialien in verglasten Loft-Etagen sowie historischen Vertäfelungen in modernsten Büroräumen.